Hawassa Dezember 2018



Liebe Paten, liebe Sponsoren, liebe Freunde,


im Dezember war ich für drei Wochen in Hawassa.

Diesmal war mein Besuch von Unruhen dort überschattet. Die Unruhen (teils politisch motiviert, teils von marodierenden Jugendbanden) haben dazu geführt, dass u.a. die Schulen für gut eine Woche geschlossen waren. An einem Tag waren die Unruhen selbst bei uns im Center zu beobachten und wurden von mir als brenzlig und bedrohlich empfunden.

Diese Unruhen flackern offensichtlich in Hawassa seit einiger Zeit immer mal wieder auf, die Situation beruhigt sich dann aber auch ziemlich schnell wieder.

Pia Federer und Hendrijk Guzzoni, die im Januar in Hawassa waren, berichteten von einer völlig ruhigen Situation.

Mich hat diese Situation etwas eingeschränkt, sodass ich nicht alles, was ich gern erledigen wollte, tun konnte; auch emotional hat sie mich belastet. Sehr angenehm zu beobachten war jedoch, wie besonnen und umsichtig unser Personal im Center mit der Situation umgegangen ist. Unsere Kinder sind alle wohlauf.

In der Woche, in der Kindergarten und Schulen geschlossen waren, bekamen die Kinder Unterricht im Center, es wurde gespielt, vor allem Ballspiele, Fußball ist sehr beliebt, und es wurde gemalt. Die Kinder lieben den Umgang mit Papier und Farbe, an den Außenwänden entstanden tolle Bilder. Es ist sehr schön zu sehen, wie sich die Kinder auch ohne vielerlei Materialien und Anregungen von außen gut beschäftigen können.

Mir – und selbstverständlich uns vom Freiburger Vorstand - bleibt der Wunsch, dass der Kernkonflikt der regionalen Volksgruppen bald gelöst werden kann und beständig Friede einkehrt - das brauchen Kinder, um körperlich und seelisch gesund heranwachsen zu können; aber auch die Mitarbeiter brauchen es, um ihre Arbeit kompetent, mit Gelassenheit und vor allem mit Zuversicht tun zu können.



Im Namen der Kinder und Mitarbeiter vom Center und ebenso der MitarbeiterInnen vom Freiburger Vorstand danke ich Ihnen herzlich. Mit Ihrer persönlichen und finanziellen Unterstützung tun Sie etwas sehr Wichtiges, damit äthiopische Waisenkinder und ihre äthiopischen Betreuer das bekommen können, was für das alltägliche Leben notwendig ist und dass sie das an Sicherheit bekommen, was sie vor allem für ein zeitweise nicht so friedvolles Umfeld brauchen.


Ich grüße Sie herzlich


Marie Vogelsang